Lijiang | 丽江



"Stadt am schönen Fluss" in der Provinz YUNNAN 云南

LIJIANG 丽江 ist eine Stadt in der Provinz YUNNAN 云南 der Volksrepublik China, die den äußersten Südwesten Chinas bildet. Die Nähe zu Myanmar (Burma), Laos und Vietnam sorgt für vielfältige kulturelle Einwirkungen und Wechselbeziehungen.

 

Auf einem 2.600 Meter hohen Plateau liegt LIJIANG 丽江 zu Füßen des imposanten YULONG XUESHAN 玉龙雪山 ("Jadedrachen-Schneegebirge"), dessen schneebedeckte Gipfel bis zu 5.596 Meter aufragen und bereits zu den Ausläufern der tibetischen Hochebene gehören. Die Lage verschafft LIJIANG 丽江 ganzjährig ein angenehmes Klima.

 

Der JINSHA JIANG 金沙江 ("Goldsandstrom", ein Teil des Jangtse-Flusses) durchfließt das Stadtgebiet und gibt der Stadt den Namen LIJIANG 丽江 – deutsch "Stadt am schönen Fluss".

 

Der zentrale Stadtbezirk GUCHENG 古城区 ("Stadtbezirk Altstadt") der bezirksfreien Stadt hat eine Fläche von 1.127 km²

und ist damit als doppelt so groß wie der Hochtaunuskreis. Ca. 140.000 Menschen leben hier. Das gesamte Stadtgebiet, zu dem noch vier Kreise gehören, ist mit 21.219 km² sogar fast 20 mal so groß – so groß wie Hessen.

Die historische Altstadt DAYAN 大研镇

Die auch als DAYAN 大研镇  bezeichnete Altstadt ist eine der am besten erhaltenen Altstädte Chinas und wurde erstmals vor rund 800 Jahren erwähnt. 1996 durch ein Erdbeben zu einem Drittel zerstört (und später wieder aufgebaut), wird die historische Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen, malerischen Kanälen und Holzhäusern seit 1997 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten geführt.


Geprägt ist das Gesicht der Altstadt durch Wasser - schmale Kanäle und Wasserläufe, Brunnen und Waschplätze als Zentren der Kommunikation durchziehen den Ort. Geschwungene Brücken und gemütliche Plätzchen am Wasser in engen Gässchen bestimmen das Bild. Man kann hier stundenlang verweilen und das beschauliche Leben in den schmalen Gassen der Wohnviertel genießen. Das im Laufe der achthundertjährigen in Geschichte der Stadt angelegte Bewässerungssystem ist bis heute aktiv.

 

Die traditionellen Häuser ruhen meist auf einem Steinfundament und Mauern aus weiß getünchten Lehmziegeln, haben Türe, Balkone und Fensterläden aus rotem Holz und typisch geschwungene Ziegeldächer. Ihrem sanft schimmerndes verdankt Dayan DAYAN 大研镇 den Namen – „Tuschestein“.

Das Zentrum der NAXI 纳西

DAYAN 大研镇 ist das Zentrum der NAXI-Minderheit 纳西少数 民族 , welche von tibetischen Nomaden abstammt, die seit dem 10. Jahrhundert in dieser Gegend siedeln. Die von den NAXI 纳西族 erschaffene DONGBA-Kultur 东巴文化 ist in Lijiang anhand von Bauweise, Schrift und Glauben zu erkunden. Es gibt mehrere Orchester für traditionelle Musik und lebendige Folklore in den umliegenden Dörfern.

 

Die Schriftsprache der NAXI 纳西族 besteht aus etwa 1.400 Zeichen, von denen 90 Prozent echte Piktogramme darstellen. Damit besitzt sie den höchsten Anteil an Piktogrammen in allen heute noch geschriebenen Schriften und wird häufig verallgemeinernd zur Hieroglyphen-Schrift erklärt. Sie ist trotz ihres manchmal naiven Erscheinungsbildes höchst komplex und nur sehr schwer erlernbar. Besonders ältere Texte stellen eher Erinnerungshilfen dar, die aus dem Kopf ergänzt werden müssen. Die Dokumente der DONBA-Kultur 东巴文化 wurden 2003 von der UNESCO in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Viel zu entdecken

Zentrum der Altstadt ist der geschäftige Marktplatz SIFANG JIE 四方街. Als wichtiger Handelsplatz wurden hier früher Güter aus Tibet und dem südlichen YUNNAN 云南 umgeschlagen. Heute ist der alter Marktplatz eher touritisch. Von hier aus kann man wunderbar die Stadt erkunden.


Südlich gibt es die traditionellsten Viertel und Märkte, nördlich mit großem Aufwand für Touristen hergerichteten Ecken. Auch die Residenz der Familie Mu findet man hier. Die MUSHI SHISIFU 木氏士司府 war einst Wohnstätte eines NAXI 纳西-Stammesfürsten. Ursprünglich in der Yuan-Dynastie erbaut, wurde sie nach dem Umbau im Frühling 1998 zum Museum der Altstadt.


Westlich gelangt man auf den SHIZI SHAN 狮子山 ("Löwenhügel"). Von oben genießt man einen herrliche Aussicht über die Altstadt. Der 22 Meter hohe Pavillon WANGU LOU 万古楼 ("Blick-in-die vergangenheit-Pavillon") auf dem Gipfel dient heute als Aussichtsturm. Der SHIZI SHAN 狮子山 ("Löwenhügel") trennt die Altstadt von der vor ca. 50 Jahren gebaute Neustadt weiter westlich.

 

Nördlich des Stadtzentrums befindet sich der HEILONGTAN GONGYUAN 黑龙潭公园 ("Schwarze-Drachenteich-Park"). Der Blick von hier auf den YULONG XUESHAN 玉龙雪山 ("Jadedrachen-Schneegebirge") zählt zu den meistfotografierten Motiven.

Bunte Kultur

HAN-Chinesen 汉人, die in den meisten chineischen Kommunen eine deutliche Mehrrheit stellen, bleiben in LIJIANG 丽江 unter 50 Prozent des Bevölkerungsanteils. Stattdessen ist das Bild der Stadt u.a. geprägt von NAXI 纳西族 und YI 彝族 (je ca. 20 Prozent), LISU 傈僳族 (ca. 10 Prozent), BAI 白族 (ca. 5 Prozent) und anderen der hier insgesamt lebenden 22 ethnischen Minderheiten bzw. Volksgruppen. So unterschiedlich ihre Herkunft auch sein mag, eines haben alle Völker gemeinsam: Die politischen Ländergrenzen bestehen für sie lediglich auf dem Papier – in ihren Köpfen und Herzen sind diese willkürlichen Trennlinien nicht vorhanden.

 

Lijiang empfängt jährlich circa 8 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland.


Weiterführende Links und Informationen


Quellen

Foreign Languages Press (Hrsg.) (2015): World Heritage Sites of Lijiang, 1. Auflage, Beijing: Foreign Languages Press Co. Ltd.

Fülling, Oliver (2017): Reiseführer China, 2. Auflage, Ostfildern: DuMont Reiseverlag, S. 484fff.

Harper, Damian (2015): Lonely Planet Reiseführer China, 5. Auflage, Ostfildern: Mair-DuMont, S. 747fff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lijiang, letzter Zugriff am 25.04.2018.


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